500 Tage LaVo

(Und nein, das ist kein Tätigkeitsbericht.)

Nun, am Dienstag den 09.09.2014 sind wir nun zu viert bereits seit 500 Tagen im Landesvorstand der Piratenpartei Bremen.
Dazwischen lagen 4 BPT’s, 5? KMV’en, 2 Wahlkämpfe, 2 Wacken und sogar ein Katastrophenschutzeinsatz.

Zeit sich gedanklich kurz inne zu halten.

Ly Little LaVo

500 Tage… und eigentlich fällt mir trotzdem nichts ein worüber man schreiben könnte.

Hmm. Worüber haben andre Kollegen so gebloggt?
Wie viel Zeit und Geld man in die partei oder sein Amt gestreckt hat… Da hab ich nicht so drauf geachtet.
Was alles an der Partei falsch oder richtig ist… Ich rante öffentlich nicht so gern, zudem kandidiert man ja nicht zum Zeitvertreib.
Strukturfragen, politisches, etc.. gehören eigentlich ebenso Separat behandelt.

12 000 Stunden… Kommt einem in dieser Zeiteinheit doch gar nicht so lange vor.
Stichworte gibt es ja zu genüge über die man schreiben könnte: Geschäftsstellenfinanzierung, Rücktritte, beinahe kommissarischer Bundesvorstand geworden…
…die ganzen Gates, Streiks, Streits, Austritte und Wahl- und Themenpleiten. Verwaltung.
Achja… und selbstverständlich das Logo des Landesverbandes.

Ist aber auch alles bereits verbloggt oder totdiskutiert.

Bleibt noch das persönliche und zusammenfassende. Irgendwas Sinnvolles muss man ja Aussagen… Da war ja noch was mit “Repräsentation nach innen”…

Ja, die Partei ist eine andere als “früher”. Die Stammtische sind nicht mehr so überfüllt, die Mailingliste schweigt. Auch viele bekannte und unbekannte Gesichter sind gekommen oder sind gegangen.
Die für Ehrenamt typische Diskripanz zwischen Taubenzuchtverein ohne Tauben und professionelle dauerproduktive Partei ist aber deutlicher denn je geworden.
Insbesondere wo jeder Hype vorbei ist und viele Menschen sich vom “Hobby Piratenpartei“ aus unterschiedlichen Gründen distanziert haben werden Kinderkrankheiten ehrenamtlicher Arbeit deutlich. Zeit, Kommunikation, persönliches, Fachwissen, Methoden und Motivation, Personalmangel. Entsprechend sind alle Ansprüche an sich selbst, als Person oder Partei als ganzes, so durcheinander wie nie.
Irgendwo zwischen Weltraumfahrstühlen, Kommunalpolitik und Satzungsänderungsanträgen müssten auch die üblichen Definitionen von “piratig“ liegen. Wo manchen eine Demo und Flyern ausreicht, beschäftigen sich andere mit den Macht-, Ideologie- und Gesellschaftsfragen der Politik.
Angesichts der globalen Konflikte… schwierige Herausforderung.

Es reicht jedenfalls nicht eine Satzung zu haben und ab und mal sich zu irgendeinem (Kern)Thema zu positionieren. Das Gesamtkomplex “Piratenpartei“ ist jedenfalls so weit gewachsen, das man auch nicht mehr Patentlösungen via Blogeintrag bieten kann. Es fängt bei Integration von Mitgliedern an, geht über’s Flyern und Plakatieren zum Geschäftsbereich der Vorstände über und hat selbst dann mit MEP’s kein Ende.

Viele AG’s, Projekte und Plattformen sind genauso schnell ausgebrannt wie sie aufgetaucht sind. Meine BundesAG inklusive.
Mal fehlte das Konzept, mal wurden Ideen und Impulse nicht konsequent verfolgt. Und mal war das Privatleben bzw. die Praxis im Wege.

Und um ehrlich zu sein…Ich ebenfalls. Falls es nicht offensichtlich war.
Es ist weniger die Verwaltung gewesen, eher die Kleinigkeiten wie Landeslogos und Briefe die nicht weitergeleitet wurden.
Um den Anspruch einer Professionalität zu genügen haben sich einige überstrukturiert, statt einfach mit einander reden. Formalien ohne Sinn und Zweck.
Das ist im Grunde nichts neues und ich keine es auch aus meinem anderen Ehrenamt. Und ja, es geht auch schlimmer.

Andererseits sind andere Bereiche effizienter und besser geworden. In kleinen Schritten. Verwaltung, Programm, Wahlkampf. Aus meiner AG ist die SG Rettungsfoo entstanden, die im Grunde nun ein Selbstläufer ist und der Partei den Menschen mehr gebracht hat als jedes Grundsatzprogramm es tun würde.

 

Um so überraschender neigt man sich den Ende der Amtszeit. Man wird sich erneut bewusst, dass Freundschaften entstanden, wie wichtig einem die Menschen wurden und wie oft diese Menschen einen in vielen Situationen auf die eine oder andere Weise geholfen und unterstützt haben. Ob politisch, amtlich und vor allem privat.
Und an der Stelle ein fettes Dankeschön !

Und so trennt sich der Post. Ins theoretische und praktische… So ein richtiges Fazit kann ich nicht Formulieren.
Es ist jedenfalls eine Achterbahn gewesen. Überlebt.
Man muss weiterhin Ideen ausprobieren, Wissen weitergeben. Sich bilden, in kleineren Schritten aktuelle Baustellen angehen und Trolle ignorieren. Auf sich selbst, eigene Zeit, Energie und Prioritäten achten.

Naja. Ist halt doch was an Text zusammen gekommen.
Ist zwar nichts neues, aber immer eine Erinnerung wert. Alles andere kommt mit Tätigkeitsberichten oder sonstigem.

Zum Schluss möchte ich noch anmerken, erstmal auch Froh zu sein, nicht mehr der älteste Landesvorstand zu sein. Ist aber eher so ein irrationales Bauchgefühl.

 

500 Tage… Also mehr Rum hätte es schon sein können 😛

 

 

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Ein besonderer Tag #8mai/VictoryDay

Eigentlich läuft der heutige bzw. morgige Tag immer wieder Jahr für Jahr gleich ab.

Ich stehe morgens auf, rufe im Laufe des Tages in Russland meinen Opa an, sag einmal kurz “Danke für deinen Foo damals und so”, hör mir an wie wichtig Bildung ist und gebe dann den Hörer meinen Vater.

Dieses Jahr wird es wohl ein wenig anders sein. Dieses Jahr gibt es einfach fast niemanden mehr den ich an diesem Tag anrufen könnte.

Flag_of_the_St_George_Ribbon
Manche bezeichnen die beiden Tage heute als Tag der Befreiung, der Niederlage, des Sieges. Für viele ist das ein Feiertag.
Doch ähnlich wie ich jeden 27’sten Januar die Leningrader Blockadebürger anrufe und gratuliere ist es auch gleichzeitig ein Gedenktag den Menschen und vor allem auch den Angehörigen oder Kameraden, die man nie anrufen konnte.

Es ist jedenfalls in vielerlei Hinsicht ein besonderer Tag.
Insbesondere dieses Jahr ist es anders als gewohnt.

Nicht unbedingt, weil es immer weniger Zeitzeugen gibt, sondern dass man sich langsam bewusst wird, dass man einer Generation angehört, die sich der Leiden, der Tapferkeit und den geschichtlichen, politischen und sozialen Zusammenhängen nicht mehr bewusst ist.
Egal wie man den Tag heute bezeichnet, so wird dieser dennoch immer wieder aufs neue Instrumentalisiert. Kaum jemand stellt sich noch die Frage “Warum” ist heute eigentlich so ein besonderer Tag.

Jedenfalls ist es nun kein persönlicher Tag mehr.

Es reicht die Nachrichten, die Zeitung oder Twitter aufzuschlagen um sofort mit einer politisierten Flut an Ereignissen, Meinungen, Begriffen und Geschichtsrevisionen erschlagen zu werden.
Da weiß man selber nicht wo man Anfangen soll zu schreiben oder zu kommentieren.

Mal chronologisch betrachtet, gab es da die Diskussion über Antifa Fahnen. Da man genügend Freizeit hat, wird auch der Zusammenhang zwischen “rechts”, “links”, “Extremismus”, “Faschismus” etc. so lange durchgekaut bis die Definition in das eigene Kontext oder politische Bild passt. Zunehmend macht sich auch Geschichtsrevisionismus breit. Gleichzeitig wird auch über Symbolik diskutiert.

Das alles gab und gibt es auch in Russland. Es werden gern Begriffe wie “Heimat” oder “Patriotismus” auf die Probe gestellt. Kriegsgeschichte wird auf NKWD Truppen reduziert, die jeden und alles erschossen haben sollen der von der Front zu fliehen versucht hat oder eine Kartoffel zu viel gegessen hat. Jeder der was anderes Behauptet ist ein Stalinversteher und so weiter. Funktioniert nur nicht so gut, sofern da ein persönlicher Bezug zu steht und man Zeitzeugen hat, die man immer wieder persönlich fragen kann. Die alljährlichen Paraden am Roten Platz sind bloße Machtdemonstrationen und Veteranen als auch die Bürger des blockierten Leningrads sollten keine Gesellschaftlichen Vorzüge mehr genießen. Gleichzeitig wird über Symbolik Diskutiert.
Irgendwie gibt es Fakten, die werden Interpretiert und die Interpretation wird Diskutiert, woraufhin die Diskussion wieder Interpretiert wird. Dann verschwinden die Fakten im Schatten, man Blickt nicht durch und vergisst wieder worüber man geredet hat.

Bin eigentlich schon länger gewohnt zwischen den mehreren Welten zu leben, die sowohl sozial, als auch medial Eigenheiten und Geschichte haben und Fakten allein vom Wertesystem her anders aufgegriffen werden.

Doch plötzlich Kracht es. Aber so richtig. Schleichend und doch offensichtlich. Und das nicht irgendwo, sondern gerade mal 1-2 Grenzen weiter. Realer Faschismus und Nationalismus macht sich breit. Da werden teile eigener Bevölkerung als Terroristen Millitärisch verfolgt. Währenddessen Diskutiert man über Geschichtsrevisionismus, politische Strömungen, schmälert oder hebt gewisse Sachen vor. Gleichzeitig gibt es einen globalen Medialen Krieg. Ein Gebäude geht in Flammen auf, 40 Menschen kommen um. Manchen ist dabei ein Licht aufgegangen.
Gleichzeitig wird über Symbolik diskutiert.
Und das nicht irgendwie, sondern es wird wie jedes Jahr über die Abschaffung oder Umdeutung des morgigen Tages Diskutiert. Veteranen und jeden anderen der morgen ein Sankt-Georg Bändchen trägt oder bislang getragen hat werden als “Kartoffelkäfer” entmenschlicht bezeichnet.

Nun gehöre ich einer Generation, die den Weltkrieg nur aus dem Fernsehen und dem Schulunterricht kennen. Man redet viel über Ideologie und andere Begriffe, erlebt aber selten wie sich diese Äußern. Ganz schleichend machen sich rechte und Menschenverachtende Strömungen auf Stammtischen, in Behörden oder direkt in der Politik langsam Breit. Mal mehr, mal weniger. Mal offensichtlich, mal nicht. Je nach dem wie viele Menschen gerade bereit sind dem entgegenzutreten oder politisch gebildet genug sind rechte Strömungen als solche zu erkennen.

Egal ob man die Befreiung, die Niederlage, einen Sieg feiert, oder die Veteranen ihren Kameraden gedenken, so ist es heute nicht die bloße Erinnerung an eine Zeit, sondern ein klarer Denkzettel “Warum” dieser Tag heute besonders wichtig ist. Ein Denkzettel der einen daran erinnert wozu es führen kann, wenn man Menschenverachtende Moralvorstellungen schmälert oder gar ein Podium für gibt. Wenn Mitmenschen abgewertet werden. Wenn man wegschaut oder sich selbst keine Gedanken mehr macht. Wenn man weder Hinterfragt, noch zu differenzieren versucht.

Die nächste Generation wird definitiv nichts mehr zu feiern haben. Der persönliche Bezug wird da fehlen. Dann ist man wieder ganz anderen Kräften ausgeliefert. Dabei spielen von Bildung und Politik bis zum moralischen Bewusstsein viele Dinge eine große Rolle, die sich bislang im “Mein Opa/Papa war ein Held”-Werten verübrigt haben. Zwischen den Sinfonien von Schostakowitsch und diversen Geschichtlichen Dokumenten wird das Bild deutlich, doch jetzt schon sind Brücken nötig und das Ausmaß zu erkennen in welchen Formen und Feinheiten Faschismus weiter existiert.

Früher konnte ich den Tag feiern, in einer Faschismusfreien Welt zu leben. Heute fällt mir das Tag für Tag immer schwerer.

Aber irgendwie reden und schreiben wir auch oft über Geschichte, Begriffe oder darüber ob heute ein Tag zum Feiern oder Trauern ist oder was es für eine Bedeutung hat und vergessen dabei all zu oft um uns selbst herum zu schauen.

Flag_of_the_St_George_Ribbon

 

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Satzung als Off-Switch für den BuVo? imo…

…geht das nicht so einfach.
Also ich hab dieses mal nicht wirklich alle Tweets gelesen und war auch nicht zu lange im Mumble, dass ich die Gerüchteküche richtig mitbekam.

Mich erreichte aber eine Interessante Info, dass der #LaVoHB, dem ich angehöre, plötzlich BuVo wäre. Umm… ja…

…ich hab es erst für einen Joke gehalten, aber diese Info wurde teilweise bis zur bitteren Ernsthaftigkeit durchgekaut.
reclamyournetzparteigruen

Ich glaub der große Knackpunkt ist die Bedeutung von “Handlungsfähigkeit“.
Im Rechtssprech hat die Handlungsfähigkeit mehrere Bedeutungen, ob man vom Öffentlichem Recht, Bürgerrecht, Sozailrecht oder Strafrecht ausgeht.
 
Ganz wichtig dabei ist die Unterscheidung zwischen Geschäftsfähigkeit und Handlungsfähigkeit.
Sprich im Klartext seinen Aufgaben nicht mehr nachkommen können, oder seinen Pflichten nicht mehr nachkommen.
Die Geschäftsfähigkeit ordnet sich also grob gesagt generell der Handlungsfähigkeit unter.
 

Zitat:

Im Öffentlichen Recht wird die Handlungsfähigkeit dagegen an die Geschäftsfähigkeit nach dem Bürgerlichen Recht geknüpft: 
  • voll Geschäftsfähige
  • beschränkt Geschäftsfähige, die für das Verfahren als geschäftsfähig anerkannt sind
  • beschränkt Geschäftsfähige, die durch Vorschriften des öffentlichen Rechts als handlungsfähig anerkannt sind
  • juristische Personen durch ihre gesetzlichen Vertreter oder Beauftragte
  • Behörden durch ihre Leiter, deren Vertreter oder Beauftragte
  • Die Handlungsfähigkeit im Verwaltungsverfahren entspricht damit grundsätzlich der Prozessfähigkeit im Verwaltungsprozess (§ 62 Verwaltungsgerichtsordnung).

Nun… zum BuVo.
Wichtig dabei zu Wissen ist, dass sich ein Parteivorstand auch logischerweise dem Bürgerrecht zuordnet:
§ 11 Vorstand
(3) Der Vorstand leitet den Gebietsverband und führt dessen Geschäfte nach Gesetz und Satzung sowie den Beschlüssen der ihm übergeordneten Organe. Er vertritt den Gebietsverband gemäß § 26 Absatz 1 Satz 2 und 3 des Bürgerlichen Gesetzbuchs, soweit nicht die Satzung eine abweichende Regelung trifft.

*surprise*

In der Satzung haben wir ja stehen:

“(10) Tritt ein Vorstandsmitglied zurück bzw. kann dieses seinen Aufgaben nicht mehr nachkommen, so geht seine Kompetenz wenn möglich auf ein anderes Vorstandsmitglied über. Der Bundesvorstand gilt als nicht handlungsfähig, wenn
– der Vorstand höchstens vier handlungsfähige Mitglieder besitzt.
– der Vorstand sich selbst für handlungsunfähig erklärt.
In einem solchen Fall ist unverzüglich eine außerordentliche Mitgliederversammlung einzuberufen und vom restlichen Bundesvorstand zur Weiterführung der Geschäfte eine kommissarische Vertretung zu ernennen. Diese endet mit der Neuwahl des gesamten Vorstandes.”
Damit die Handlungsfähigkeit immer vorausgesetzt ist haben wir ja deshalb auch den Punkt 11 Definiert:
(11) Tritt der gesamte Vorstand geschlossen zurück oder kann seinen Aufgaben nicht mehr nachkommen, so führt der dienstälteste Landesverbandsvorstand kommissarisch die Geschäfte bis ein von ihm einberufener außerordentlicher Parteitag schnellstmöglich stattgefunden und einen neuen Bundesvorstand gewählt hat.

Hab auch eine Folie ergooglet, die das ganze Wortkonstukt in etwa zusammenfasst (ist zwar auf eine andere Rechtssprechung bezogen, aber imo vergleichbar).

 

Auch sehr Wichtig ist der Unterschied zwischen Rechtsfähigkeit und Handlungsfähigkeit:

-Handlungsfähigkeit ist die Fähigkeit durch eigene Handlungen Rechte und Pflichten zu begründen. (Richtet sich nach der Rechtsordnung)
-Unter Rechtsfähigkeit versteht man die Fähigkeit Träger von Rechten und Pflichten zu sein. (Gilt immer und für alle schon ab der Geburt.)

Aber auch das ist im
PartG definiert, was RECHTSFÄHIGKEIT betrifft:
§ 37 Nichtanwendbarkeit einer Vorschrift des Bürgerlichen Gesetzbuchs
§ 54 Satz 2 des Bürgerlichen Gesetzbuchs wird bei Parteien nicht angewandt.
§ 54 Nicht rechtsfähige Vereine
Auf Vereine, die nicht rechtsfähig sind, finden die Vorschriften über die Gesellschaft Anwendung. Aus einem Rechtsgeschäft, das im Namen eines solchen Vereins einem Dritten gegenüber vorgenommen wird, haftet der Handelnde persönlich; handeln mehrere, so haften sie als Gesamtschuldner.

Ja, aber was heißt das nun ?

 

Mein Fazit:
Mit einer beschränkten Geschäftsfähigkeit, ist der Vorstand auch Handlungsfähig.
Logischerweise aber beschränkt, weil die Geschäftsfähigkeit begrenzt ist. Für die Beschlussfähigkeit, reicht ein Blick in die GO.

Manche KV’s und LV’s haben zum Beispiel auch die Handlungsfähigkeit mit dem Schatziposten in die Satzung verankert. Um nicht sofort Handlungsunfähig zu werden, wird da der Posten einfach von einem anderen Vorstandsmitglied besetzt, anstatt das gleich an eine andere höhere Gliederung zu delegieren oder einen LPT einzuberufen, anstatt man gleich Handlungsunfähig wird. (So als Beispiel, ich kann mich auf die Bundessatzung bezogen natürlich auch irren)

 

Zuletzt gibt es ja noch das Amtsgericht 😛


 “Aber du hast unrecht drölf! Ich habe §§reitschule studiert!” – §mitglied

Mag sein, ich bin aber auch nicht im Schiedsgericht und wollte vor allem meinen Vorstandskolleg*innen einen kurzen Überblick für eine Entscheidungsgrundlage verschaffen.

Aber naja, dann liege ich halt daneben und §mitglied hat entsprechend recht… was dann ?
Wie das Schicksal will, ist der amtierende Bremer Landesvorstand tatsächlich einen Tag älter als NRW.

Nun, ich bin dann laut §mitglied jetzt also auch im BuVo. Hiermit beantrage ich dann den alten Vorstand kommissarisch einzusetzen. Begründung: ich hab nicht mal einen Redmine Zugang. Woher soll ich denn wissen was da noch für Prozesse im Hintergrund laufen und was da an ToDo’s ansteht?

 


Mal abgesehen von der politischen Gewichtung, ob solche Rücktritte ein guter Stil oder nicht und ob der jetzige BuVo in dieser Situation richtig Handelt…
…das ist doch nicht so schwer kurz nachzuschlagen und einfach mal nachzudenken bevor man blind sinnlos komische Tweets ablässt.
Manchmal muss man um eine Netzpartei zu reclaimen auch offline gehen und auf Methoden zurückgreifen die ins Totholz geschnitzt sind. Da Helfen so viele Tweets oder Redmine Tickets nicht. Das Netz ist nur eine Infrastruktur, der content dazu entsteht jedoch erst in den Grauen Zellen.

Als Mitglied des dienstältesten Vorstandes und Beauftragter des Bundesvorstandes bin ich erstmal dankbar, dass ich den BuVo Job nicht am Hals habe.
Die zurückgetretenen haben meinen Respekt, die amtierenden meinen Support (auch wenn ich persönlich so gut wie niemanden kenne). Im Rahmen meiner Aufgaben interessieren mich auch die Satzungshacks vorerst recht wenig.

 

Dass wir aber ein Klima in der Partei haben, wo Vorstandsposten nicht einem Grill, sondern einem Krematorium ähneln, steht auf einem anderen Blatt.

 

“Jeder ist für alles vor allen verantwortlich.” – Dostojewskij

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#orgastreik und LV Bremen

 
 
“Wir hatten einen Deal: Wir halten euch den Rücken frei von Verwaltungskram und ihr macht gute Politik. Dieser Deal wurde einseitig gekündigt.”
 
 
1. Denial
 
Über Nacht vom 20.02 auf den 21.02 legten große Teile der IT und der Verwaltung als #Orgastreik im Sinne eines Warnstreiks ihre Arbeit nieder.
 
Ich sehe das so auch so für den Landesverband Bremen ähnlich und hätte auch gern Unterschrieben. Da Aktenordner eh keinen Ausknopf haben, eher laufend sind und ich die Tage sowieso Erkältet war hätte es sicherlich nicht denselben Effekt, wie bei der IT. Zudem die Insel Verwaltung in Bremen ja andere Probleme hat, dass man sich hier aus der Verantwortung aus welchem internen Grund und wie auch immer zurückziehen kann.
Desweiteren habt ihr ja meine (vor)letzte Mail gelesen, um die Entscheidung nachzuvollziehen, dass ich die Zerfaserungsgeschichten ebenso für ein falsches Signal und den falschen weg halte. Das ist weder mein Stil der Konfliktlösung, noch Mitgliedermotivation.
 
Aber die Katze ist aus dem Sack, die Kuchen- und Catcontentrunde hat Mehrheitlich härtere Mittel beschlossen, der Knopf ist gedrückt, Sanktion läuft. Und nach langem hin und her in der Nacht habe ich beschlossen aus Solidarität und aus dem Grund, dass dieser Arschtritt auch für Bremen gilt, mich zum Morgen hin ebenso auf die Liste der “Streikenden” gefunden. Betrachtet es daher meinet wegen als “Symbolpolitik”, als Zwangspause, als kollektive Ordnungsmaßnahme, als Hilferuf, meinen eigenen Frust den ich bislang nicht los geworden bin oder als ein Teil dessen, was ihr selbst über die Jahre erschaffen und miterbaut habt.
 
Nach den drei Mailtopics, der LaVo solle den anderen mit Distanzierung oder was auch immer hinterherziehen, gemischt mit einer Priese “wahrer/unwahrer Pirat”, den Flügel- und Geschichtsdiskussionen, ist dies genau das was dieser Warnstreik zu sagen versucht. Selbst bei Acht Leuten, von ca 30 Aktiven, reicht es um die Situation Ernst zu nehmen und mögliche Reaktionen zu überlegen. Denn es Spiegelt die Grundhaltung und die Stimmung uns selbst gegenüber. Es spaltet, ist destruktiv und einfach nur demotivierend für die anderen, die versuchen in ruhe, sorgen- und gatefrei Inhaltlich sowohl in der GS, als auch auf anderen Ebenen (wie z.B. Martina für PPEU und Sven für Bund) weiter zu kommen.
 
 
Ich heiße den Warnstreik weiterhin ebenfalls in seiner Intention gut, denn so Apokalyptisch war es nun auch nicht.
Wirklich _WICHTIGE_ Dienste waren immer erreichbar. Der Vorstand war Arbeitsfähig. Auch wurden keine Veranstaltungen wie das BSG Treffen dadurch großartig gestört. Es war ein Warnstreik. Dass wiki-, mail- und andere server hin und wieder über nacht gewartet müssen und das vor wenigen Jahren auch schon mal länger gedauert hat ist auch nicht neu. Die Gewohnheit, dass die downtimes nun am minimum stehen und dass statt einer 404 nun eine Botschaft steht, führten zu dem gewollten Schock, der die Piraten eigentlich wachrütteln sollte.
 
Das Spielchen guter Admin-Böser Admin funktioniert hier nicht. Auch ist die Verdrehung der JuPis hier hingegen Hilft nicht, wenn bestimmte Leute ihre aus guten Gründen ihre Arbeit niederlegen wollen und selbst Parteifremde Tools nicht nutzen (auch wenn die aktion doch piratig ist).
Da Rücktrittsankündigungen oder Hilferufe eh nicht mehr Ernst genommen oder heruntergeredet werden, hat der Streik den Schock erzielt, den viele gerade gebraucht haben. (>inb4 Rücktritt auch Erpressung, weiterlesen)
Malt bitte nicht den Teufel an die Wand, man kann mit der IT auch reden und da hat sie sich nach meinem Eintritt für mich auch viel an Vertrauen gewonnen.
 
Hart, aber anders bringt das irgendwie niemanden zum mehr Nachdenken.
 
 
2. Anger
 
Statt den Dialog zu Suchen, fing das übliche gebashe an.
Viele schreiten “SABOTAGE” auf. Andere wiederrum “MACHTMIßBRAUCH”.
Das Feindbild “Verwaltung” ist da, die Unterstützerliste wird schnell zur Blockliste, Twitterbubble läuft auf Hochtouren, wer nicht mit uns gegen die Kuchenrunde basht, ist gegen uns/total unpiratig/erpresser/bullshit/machtgeil/undemokratisch/etc.
 
 
Genau dieses Verhalten und die Unfähigkeit zum Dialog spiegelt sich die paar Mailthreads drunter auf der Bremer Liste wieder.
(und wo noch was auf popcornpiraten übrig blieb)
 
 
Viele von euch haben sich einfach isoliert und angefangen nach irgendwelchen Angriffspunkten zu suchen, die gar-nicht existent sind.
Angeblich soll der Warnstreik die Distanzierung zum #bombergate erzwingen und erpressen.
Statt zu erkennen, dass eben dieses Gate der Auslöser zum Warnstreik war, war man nun Blind und Taub zugleich.
Auch wenn die Artikel mit den Distanzierungen verlinkt waren und das so als eindeutig politische Forderungen seitens der IT und Verwaltung Missverstanden wurde, war rumhacken die erste Reaktion. Noch schlimmer war die Reaktion, erstmal nach irgendwelchen Anträgen und Tweets zu suchen, die eigene These untermauern würden, anstatt entsprechende Leute anzureden.
Die Energie um die Deutungshoheit der Verlinken Statements endet damit herauszufiltern, welcher Flügel nun gegen welchen Flügel spricht und welchem Flüger die Leute angehören die den Streik initiiert haben.
 
Auch Computersabotage nach § 303b des StGB kam in frage. Als sich das nicht genau deckte, hieß es einfach Sabotage und parteischädigendes Verhalten. PAV Anträge gegen 30 Leute wurden ernsthaft in Erwägung gezogen.
Godwin und Nazivergleiche waren auch in der nähe.
 
 
Auf Twitter mal wieder war das Verteidigen eigener Position scheinbar auch Wichtiger, als das akzeptieren der Realität, dass “die Kuchenrunde lange zugesehen hat, wie sich diese Partei politisch entwickelt, und sich immer weiter auf die heile Insel Verwaltung und IT zurückgezogen hat, in der Hoffnung, dass es auch wieder besser wird. Das war offensichtlich keine gute Idee.”
Eben die Realität, dass der Streik eben durch GENAU den Umgang ausgelöst wurde, wie der Umgang mit derm Streik bzw. #nixgate selbst.
 
 
Es zeigt, dass man Blinder und Tauber sich SELBST gegenüber nicht weiter sein kann.
 
 
Es mag euch überraschen, aber es gibt in dieser Partei keine Flügel namens “geschichtsvergessene Liberal-Nazis” oder “totalitäre Linksfaschisten”. Und es gibt auch keine spendenmißbrauchende “Technikfuzzies” mit Gottkomplex.
 
 
Über die persönlichen Angriffe bin ich enttäuscht.
 
 
3. Bargaining
 
Vielen wird auch das Recht zum Streiken untersagt.
IT Darf nicht Streiken, Verwaltung darf nicht Streiken. Das ist Machtmissbrauch, Erpressung und sogar Zensur.
Wenn die Streiken, Streikt die Basis auch. Der LaVo will soll sich Distanzieren, nein besser auch Streiken. Aber die Landeseigene Technik soll sich bitte wenigstens Distanzieren. Obwohl die ein Bestandteil der Bundestechnik ist. Dann eben Satireaccount und Hass verbreiten.
 
Nein, einfach PAV. Gegen alle. Alle 30. Liste ist ja da. Ich mein 40. Oh schon über 60. Dann eben jeden Schatzmeister, Gensek, Beaufrtragten oder einfach alle DSV Inhaber die nur irgendeinen positiven Tweet absetzen.
 
Oder Strukturen dezentralisieren. Buchungstabellen ab jetzt nur noch in Googledocs. Nein, wir brauchen ein Serverbudget. Für jeden LV. Am besten KV. Erstmal schnell bei den Jupis Mitglied werden, bevor die auch noch auf so blöde Ideen kommen. Oder Austreten. Oder für irgendwas kandidieren. Oder auch nicht.
 
 
Die Wasser und Schifffahrtsverwaltung hat vor einigen Monaten auch Gestreikt. Ist jetzt die ganze deutsche Schifffahrt nun Zusammengebrochen ?
Wenn die Wasserwerke Streiken, wird die Klospülung auch abgedreht ?
 
 
Srsly. Die Buchhaltung und viele Teile der IT sind zwar technisch zentral, jedoch wird völlig aus der acht gelassen, dass diese _dezentral_ gewartet und verwaltet werden. Und wenn sich Dezentral alle Verwaltungsleute nun beschließen so eine dezentrale Aktion durchzuführen, dann müssen nur mehr Knöpfe betätigt werden.
Dass angebliche Verwaltungs- “Machtzentrum” und seine “Machtdemonstration” ist auch eine hübsche Theorie.
Ich erinnere mich an den letzten LPT, wo ich in Panik im Kreis gelaufen bin, als wir keine Schatzmeisterkandidaten hatten und Auflösung tatsächlich als Option stand.
Kein Mensch wollte die Verantwortung übernehmen. Und nach wie vor fallen die _WENIGEN_ Verwaltungspiraten hauptsächlich dadurch auf, wenn mal nicht Verwaltet wird, oder die Website Streikt. Dass dies viel Zeit und Energie erfordert um noch an Inhalten zu Arbeiten, wird schnell mal vergessen. Schnell wird auch vergessen, wie oft Angebote sich in oder sich für die Verwaltung zu engagieren einfach abgelehnt werden. Und wie viele auch daran verbrannt sind und aus der “Verwaltungselite” ausstiegen um wieder zur “Zeit- und Geldelite” dazu zu stoßen.
 
Man kann IT und Verwaltungsgedöns nicht nur bloß auf Vertrauen reduzieren, wenn man sich selbst nicht daran beteiligt. Auf das Vertrauen, dass die Verantwortung ausgeführt wird sicherlich. Auf das Vertrauen, dass man seine (DS)Verpflichtung wahrnimmt auch. Aber das Vertrauen dass man sich nicht zur Wehr setzt, nie zu Harten Mitteln greift, dass man nur zuschauen darf wie sich alle anderen selbst demolieren ? Das ist kein Vertrauen, das ist eine Erwartungshaltung, die viele von der Kuchenrunde einfach nur länger gewohnt sind.
 
Ich hatte nie Probleme damit den Verwaltungs- und Orgakrams mit den politischen Krams zu trennen. Das war wichtig, als sich 2 Leute Verwaltungstechnisch aktiv im Landesverband engagierten bis nun daraus 6 wurden. Und es bleibt weiterhin wichtig, damit aus Differenzen in politischer Ansicht, keine Differenzen auf persönlicher Ebene werden und die Arbeit wieder auf die wenigen Schultern fällt, die gerade noch motiviert genug sind auch mal “öde” Aufgaben wahrzunehmen oder die einfach als einzige die Fachkenntnis haben. Damit auch Beschlüsse Sachlich, Differenziert und Zielgerichtet getroffen werden, anstatt mit Sympathien oder Antipathien.
Das ist die Neutralität (und Professionalität) der man sich nicht nur Verpflichtet, sondern die in der alltäglichen Zusammenarbeit einfach unverzichtbar ist.
Das ist in jedem fast jedem Ehrenamt so. Und jeder muss selber wissen ob man vor oder auf einem BPT seine Zeit mit Orga und Formalkram oder mit Programm verbringt. So ist das mit Prioritäten. Aber keiner wird dir auf dem BPT eine Akkreditierung verweigern, weil dein Tweet von letzter Woche nicht mit deiner Position übereinstimmt. Neutral und politisch neutral kann man nicht in einen Topf werfen.
Die Verwaltung war in dem Sinne unpolitisch wie es ging, viele haben eine politische Verwaltung gefordert, nun ist die Verwaltung intern politisch geworden. Die Verwaltung sagt schlicht weg, dass Sie nicht mit der politischen und inhaltlichen Verwaltung zufrieden ist. Der Hass hält sich in Grenzen. Insbesondere bei den Gliederungen, die sich von den Streik nicht angesprochen fühlen.
 
Dabei hat man eines der radikalsten und der letzen Mittel gewählt die nun da waren, was ich nicht gut heiße, aber klar Verstehe und hinter dem Versuch das richtige zu umkämpfen stehe.
 
Es gibt nun mal keinen Antrag oder eine Beschlussvorlage für ein Signal oder einen Aufruf wie diesen.
 
Es gibt keine klare Inhaltliche oder politische Forderung. Keinen politischen Zweck. Es gibt keine Rücktrittsforderungen. Es gibt keine Machtübernahme. Es gibt nichts was die Erpressungs- und Mißbrauchsvorwürfe bekräftigt. Man kann sich in den Text so viel Intepretieren wie man will oder eine einfache Tatsache akzeptieren:
 
 
Es gibt nur euch und einen Haufen Leute die demotiviert sind und ihre Arbeit niedergelegt haben. #twoff
 
 
Wer noch die nerven hatte, nichts von den den letzten Tagen mitbekommen hat oder keinen Twitter Account hatte… der arbeitet immer noch in Ruhe weiter. Wenn viele einen Warnstreik bereits für das Ragnarök halten, weiß ich auch nicht was diese Partei noch Wachkriegt. Das nächste #DramaGate ist jedenfalls nun erfunden.
 
Vielleicht wird jetzt tatsächlich als Konsequenz der Bundesbuchhaltung, der BundesIT, der Bundesausweisdruckerei und der Bundeskaffeemaschiene tatsächlich aus Angst, Panik und Schrecken nun der Rücken gekehrt und wir haben die Arbeit von ca. 4 Jahren zu Grunde gemacht und alles Gelernte und Erfahrene wieder verworfen. Vielleicht arbeitet man dann auch endlich wieder mit OpenSource Lösungen, statt mit einheitlicher proprietärer Software. Das Problem bleibt und wird dann eben auf die Landes und Kreisebene verladen. Der nächste #orgastreik äußert sich wieder rum in einem überforderten Landesschatzmeister, vielleicht sogar einem Homeserver und üblichem Popcorn den man aus den Vorjahren kennt. Abwehrreflexe sind auf hochtouren, Vertraue niemanden, denn der nächste spendenmißbrauchende Technikfuzzie hat bereits seinen Mitgliedsantrag eingereicht, der Grill wird jetzt schon vorgeheizt, DSV’en gedruckt.
Oder einfach eine eigene Partei Gründen, aber das hatten wir auch schon.
 
 
4. Depression
 
Das Vertrauen ist angeknackst, denn man weiß nicht was man als nächstes zu erwarten hat. Es ist unbequem. Man hat Angst. Es ist neu und es gibt keine Strategie wie man damit Umgeht. Viele verfallen in die Massenschockstarre.
Wer kein Twitter hat, wird von allen Argumenten verschont. Auch das ist neu. Es ist nur der Text und eine Liste an bekannten und unbekannten Nicknames. Irgendwie reicht es nicht einen oder mehrere Tweets mit der Unmut abzusetzen, denn davon gibt es bereits schon Tausende. Irgendwie hilft auch dieses unfollowen nicht wirklich viel. Die Frage steht im Raum wer oder was den #Orgastreik beenden wird und muss sich mit entsprechenden Menschen auseinandersetzen. Und zwar im Dialog.
 
Einige haben verstanden worum es dabei ging wie folgende Postings das beeindruckend darstellen:
 
Unsere GenSek Carolin, die mich damals für den LaVo eingearbeitet hat, konkretisiert:
 
Viele andere wiederum nicht, oder zumindest nicht ganz.
 
Viele gehen selbst in einen Streik. Nennt sich dann #Basisstreik. Oder #LaVoStreik. Welche Insel man sich selbst auch immer gerade gebaut hat, da zieht man sich zurück. Eine Metaheuchelei so gesehen.
 
Andere versuchen immer noch ihr eigenes Weltbild zu belegen. Mit Retweets. Mit Blogeinträgen.
Andere spielen es einfach runter. Aktion war daneben. Fertig.
Auch landen andere wieder am Anfang. Der Schuss war hat einen so erschrocken, dass jetzt das gesamte Internet in die Dropbox gezogen wird. Wieder taucht das mit dem Vertrauen auf. Manche erinnern sich an PayPal, Wikileaks und Assange.
 
Irgendein Ethikvortrag liegt in einem WordPress sicherlich bereit. Und sicherlich wird da einiges an berechtigter Kritik richtig sein.
Das weiß aber sowohl jeder aus der IT, der Verwaltung und der Orga. Das weiß man schon sehr lange.
 
 
Und dennoch fragt sich niemand wieso man diese Risiken eingegangen ist.
 
 
5. Acceptance
 
Interessant sind diejenigen, die es so halb Verstanden haben, aber trotzdem das richtige tun. Oder sich gar nicht auf ein leeres Gate erneut einlassen und das richtige fortführen (das mit der politischen Arbeit zum Beispiel).
 
Keiner erwartet irgendwelche Distanzierungen, Beschlüsse oder konkrete Handlungen.
Wir erwarten dass alle ihren Job machen. Sowohl die Basis, die betroffenen Vorstände und wir selber auch.
Wir erwarten dass wieder normal gearbeitet wird. Mit und für alle. Und dass diejenigen, die Arbeiten entsprechend Unterstützt werden, statt ins egoistische #mimimi gezogen zu werden.
 
Unsere Partei ist kleiner als man denkt.
Wir haben uns auf der Verwaltungsinsel in Empathie üben gelernt. Ebenso auf der Orgainsel. Und auf der IT Insel. Und auf manch einer AG Insel ebenfalls.
Der Zusammenhalt, die Solidarität unter den einzelnen Inseln und untereinander, der Fokus auf ein gemeinsames Ziel, Akzeptanz und Sachliche Diskussionskultur, ob TechTalk, Finanzausgleich oder BPT Ablauf Feinheiten mit riesen Input an Feedback.
Eben menschliche Werte, langes ehrenamtliches Engagement und jahrelanges Durchhalten haben die IT Ausschalten lassen.
Kein Zauberknopf. Keine Machtstruktur.
Kein Strukturprodukt, sondern ein Haufen bis fast geht nicht mehr gereizter und frustrierter Ehrenamtlicher, die euch lieber einen Spiegel vorhalten, anstatt einen Scherbenhaufen zu hinterlassen.
Und dieser Haufen wird größer. Mit jedem Gate, jeder Anfeindung, jedem Einigeln, jedem Tweet, jeder Stimme, jeder konträren Meinung die tot argumentiert wird, jeder verpassten und verpatzten Chance, jedem Archetypus einer Partei den man für einzig richtig hält.
 
 
“Wir sind nicht nur für das Verantwortlich, was wir tun, sondern auch für das, was wir wiederstandslos hinnehmen”
 
Dabei reicht aber auch auf die letzten drei Mailtopics unserer Mailingliste zu schauen.
 
 
 
 
Wie gesagt, das sind die Erwartungen und vor allem auch große Hoffnungen:
-das Übernehmen von Verantwortung für die eigenen Aktionen und Aussagen.
-eine Diskussionskultur ohne Mobbing, Drohungen und Hetzjagden
-mehr Akzeptanz für andere Meinungen
-eine größere Solidarität untereinander
-mehr Beschäftigung mit Themen anstelle von Gate-Tourismus
-den Abbau von internen Feindbildern
-Fokussierung auf gemeinsame Ziele
 
 
Sagt ihr jetzt, was ihr vom Landesvorstand, der Verwaltung, der Orga und IT erwartet.
 
 
Am sonsten,
Keep Calm and Carry On
 
(irgendjemand muss ja hier auch Vermitteln, bin erstmal irgendwas mit Tickets schließen,)
@plutik
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